Gruppe Oelde

Gegen Rassismus 03-2016

Die Amnesty Gruppe Oelde wurde 1977/78 gegründet und hat im Moment neun aktive Mitglieder, die teilweise schon seit der Gründung der Gruppe bei Amnesty aktiv sind.

Unsere Hauptarbeit sehen wir in der Betreuung eines „Einzelfalles“, des Schicksals einer oder mehrerer Personen, für dessen Freilassung oder Rehabilitierung wir uns langfristig einsetzen. In den Jahren seit der Gründung der Gruppe haben wir bereits die Fälle von Inhaftierten bzw. Verschwundenen in Syrien, Singapur, Ägypten, Sowjetunion, Sri Lanka, Myanmar; Äthiopien und Iran betreut.

Zusätzlich zu dieser direkten Einzelfallbetreuung beteiligen wir uns auch an weltweit durchgeführten Aktionen gegen Folter oder Todesstrafe und an Aktionen zu bestimmten Ländern oder Personen durch Briefe, Postkarten, Unterschriftslisten, Infoständen und Pressearbeit.

In den vergangengen Jahren haben wir uns an den weltweiten, aktuellen Kampagnen beteiligt und mit Infoständen auf die Anliegen von Amnesty International aufmerksam gemacht.

Ein fester Programmpunkt war und ist unsere Beteiligung am Oelder Weihnachtsmarkt, wo viele unseren guten Eierpunsch loben. Für uns bedeutet die Teilnahme am Weihnachtsmarkt immer sehr viel Einsatz, jedoch lohnt sich dieser dank der guten Einnahmen, die wir an die Organisation weiterleiten können.

Monatlich beteiligen wir uns an der weltweiten Aktion „Briefe gegen das Vergessen“, bei der jeweils drei Schicksale vorgestellt werden und Briefe an die Regierungen der Länder gesendet werden. Dabei unterstützen uns auch zahlreiche Freunde und Förderer.

Wichtig für alle Aktionen ist die Öffentlichkeitsarbeit, die in unserer Gruppe manchmal zu kurz kommt, da alle Mitglieder privat oder beruflich sehr eingespannt sind. Für weitere Unterstützung sind wir daher immer dankbar.

Wir treffen uns jeden 2. Montag im Monat im Paulusheim an der Ennigerloher Straße in Oelde. Wir suchen immer Menschen, die uns – auch unabhängig von einer festen Mitgliedschaft – unterstützen. Besuchen Sie uns doch einfach mal bei einem unserer Treffen. Vielleicht bekommen Sie Lust mitzumachen.

Noch Fragen? Senden Sie uns eine E-Mail an info@amnesty-oelde.de.

Wie alles begann…

Am Anfang von Amnesty International stand ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stießen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrschte in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldete – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ war verboten. Die zwei Studenten wurden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Der 39-jährige Anwalt Peter Benenson las im November 1960 in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen und war empört. Es war nicht das erste Mal, dass er erfuhr, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt wurden. Ein Gedanke liess ihn nicht mehr los:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlichte er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten begann:

„Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“

Benenson forderte die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Die Resonanz war überwältigend. Angesehene Zeitungen in aller Welt druckten den Artikel nach, der zur Mitarbeit bei „Appeal for Amnesty“ aufrief. In dem von Benenson eingerichteten Büro gingen viele tausend Briefe aus den verschiedensten Ländern der Welt ein. Bald war klar, daß „Appeal for Amnesty“ nicht befristet sein konnte: Die Organisation „Amnesty International“ entstand.

In der Bundesrepublik wurde Amnesty International im August 1961 gegründet. Initiatoren waren hier mehrere Kölner Journalisten, unter ihnen Carola Stern, Peter Bender und Gerd Ruge. Das Engagement der Gründer entsprang häufig den persönlich erlebten Schrecken der Nazi-Zeit oder des Stalinismus. Andere sahen in der Mitarbeit einen Ausdruck christlicher Verantwortung.

Gemeinsam war und ist allen Mitgliedern die Überzeugung, daß es unabhängig von den eigenen politischen Anschauungen eine internationale Verantwortung für die Menschenrechte gibt, daß Regierungen Menschenrechtsverletzungen nicht als ihre innere Angelegenheit betrachten können.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

1977 erhielt Amnesty International den Friedensnobelpreis für ihren Beitrag zur „Sicherung der Grundlagen für Freiheit, für Gerechtigkeit und damit auch für den Frieden in der Welt“.

Wer ist Amnesty International?

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19. Mai 2019